Wie sich die berufliche Situation auf die Psyche auswirkt
Wie jetzt eine australische Langzeitstudie australischer Forscher ergab, kann auch die Arbeitssituation die Psyche stark beeinträchtigen. Es ist zwar deutlich geworden, dass der Arbeitsplatzverlust eine der größten Sorgen in der 34 SSW ist, denn Frauen fürchten in dieser Zeit besonders stark um ihren Job. Doch bisher war unklar, wie Menschen ohne Schwangerschaft im Hintergrund psychisch auf ihre berufliche Situation reagieren.
Für die aktuelle Studie wurden insgesamt 7.000 Erwachsene aus ausgewählten Haushalten befragt und das über einen Zeitraum von insgesamt sieben Jahren. Dabei ging es vor allem um die berufliche Situation der Teilnehmer, aber auch darum, wie ihr psychischer Zustand war.
![]()
Wenig überraschende Erkenntnisse zu Beginn der Studie
Anfangs bot die australische Studie übrigens keine Überraschungen. Die Teilnehmer wurden aus den unterschiedlichsten sozialen Schichten ausgewählt, so dass sich darunter Arbeitnehmer, Arbeitslose, Hausfrauen und Selbstständige gleichermaßen fanden. Bei der Erstuntersuchung ergab sich erwartungsgemäß, dass Arbeitslose in einer psychisch schlechteren Verfassung waren, als diejenigen, die einen Job hatten.
Ebenfalls überraschte es nicht, dass sich die psychische Stimmung deutlich hob, als diese Personen einen neuen Job erhielten. Diese Beobachtungen, insbesondere die psychisch bessere Stimmung, zeigte sich auch bei Arbeitnehmern, deren Job unsicher war.
Überraschende Erkenntnisse im Verlauf der Studie
Bei einer Befragung, die einige Zeit später stattfand, zeigte sich jedoch ein anderes Bild. Die ehemals Arbeitslosen waren teilweise in einer psychisch noch schlechteren Stimmung, als zu Beginn der Untersuchung. Die Gründe sehen die Forscher darin, dass die angenommenen Jobs weder den Qualifikationen, noch den Interessen der Betroffenen entsprachen. Sie wurden also als schlechte Jobs angesehen und aus diesem Grund wurde auch die psychische Stimmung gedrückt.
Ebenfalls ergaben die Untersuchungen im weiteren Verlauf, dass es bei der Bewertung einer Arbeit als schlecht, nicht unbedingt darum ging, dass es sich um einen unsicheren oder niedrig bezahlten Job handelte. Vielmehr ging es um die persönliche Erfüllung, die die meisten Teilnehmer der Studie im Job suchten und die sie nicht fanden. Eine ständige Unterforderung oder Überforderung sorgt ebenfalls dafür, dass man den Job nicht mehr nur positiv ansieht.
Work-Life-Balance ist entscheidend
Die Studie besagt im Grunde also nichts anderes, als dass die Aussage „Besser ein schlechter Job, als gar keiner“, so nicht mehr haltbar ist und auch Arbeitgeber einiges daran setzen müssen, die Arbeitsplätze für ihre Mitarbeiter wieder attraktiver zu machen. Doch damit alleine ist es ebenso wenig getan. Denn es kommt auch auf die richtige Work-Life-Balance an. Das heißt, dass Mitarbeiter sich ausreichende Ruhephasen und Erholungsphasen gönnen müssen, um dauerhaft im Job erfolgreich zu sein und sich auch seelisch im Gleichgewicht zu befinden.
Das umfasst soziale Kontakte mit Freunden oder dem Partner ebenso, wie die Zeit für sich selbst, die wohl jeder einmal braucht. Diese Auszeiten erst bringen die notwendige Erholung, um sich selbst wohler in seiner Haut zu fühlen. Auch Ausflüge ins Museum, ins Freibad oder in die Sauna können helfen. Hier finden sich mitunter jede Menge Tipps zur Kunst, so dass man sich sogar selbst einmal künstlerisch betätigen kann. Da man sich dabei sehr gut selbst ausleben kann, dürfte dies eine Erfüllung sein, die mit nichts zu vergleichen ist.
Foto: ©geralt / pixelio.de